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Herzerkrankungen beim Hund auf einen Blick

Herzerkrankungen betreffen etwa 10 % aller Hunde. In den meisten Fällen handelt es sich um im Laufe des Lebens erworbene degenerative Erkrankungen der Herzklappen oder des Myokards. Da Herzgeräusche häufig das erste klinische Anzeichen einer Herzerkrankung sind, kommt ihrer frühzeitigen Erkennung und Einstufung eine entscheidende Bedeutung für Diagnostik, Therapieplanung und Behandlungserfolg zu.

Infografik: Die häufigsten Herzerkrankungen bei Hunden.

Arten von Herzerkrankungen bei Hunden

Einstufung von Herzgeräuschen

Herzgeräusche werden in der Regel anhand ihrer Intensität auf einer Skala von 1 bis 6 eingestuft (Levine-Skala). Für die Entwicklung von CANINEBEAT® AI wurde im Sinne einer besseren Anwendbarkeit im Praxisalltag eine vereinfachte* Form dieser Skala verwendet.

Infografik: Bewertungstabelle bei Herzgeräuschen beim Hund

*Die Levine-Skala klassifiziert Herzgeräusche in sechs Grade. Prof. Wess, Prof. Häggström und Assoc. Prof. Ljungvall haben diese Skala in Form von drei Kategorien vereinfacht.
**Die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Stadiums B1 beträgt 95 %.9

Hunde mit klinisch relevanter Kardiomegalie im Rahmen einer myxomatösen Mitralklappenerkrankung (MMVD) weisen typischerweise „mittelgradige“ bis „laute“ Herzgeräusche (Grad ≥ 3/6) auf.10

Herausforderungen bei der Erkennung von Herzgeräuschen

Schwer hörbare Herzgeräusche:

Viele Herzgeräusche sind nur schwach ausgeprägt und treten teilweise in Frequenzbereichen auf, die unterhalb der menschlichen Hörschwelle liegen.11 Dadurch können sie im Rahmen von Routineuntersuchungen leicht unentdeckt bleiben – insbesondere bei hohem Patientenaufkommen, erhöhter Umgebungslautstärke oder unruhigen Patienten. Da Frühstadien von Herzerkrankungen häufig asymptomatisch verlaufen, bleiben leise Herzgeräusche nicht selten unbemerkt und damit ohne weiterführende Abklärung.

Übersehene Herzgeräusche:

Studien aus der Humanmedizin zeigen, dass die Sensitivität der konventionellen Auskultation zur Erkennung hörbarer valvulärer Herzerkrankungen nur etwa 41 % beträgt.12 Insbesondere leise Herzgeräusche bleiben daher häufig unentdeckt.

Auch in der Veterinärmedizin scheint die Detektion von Herzgeräuschen maßgeblich von der Erfahrung der untersuchenden Person abzuhängen. Vor allem weniger erfahrene Tierärztinnen und Tierärzte sowie Allgemeinpraktiker stehen hierbei vor besonderen Herausforderungen.

So zeigte eine Studie, dass frisch approbierte Tierärztinnen und Tierärzte mit weniger als einem Jahr Berufserfahrung etwa jedes zweite Herzgeräusch überhörten.13 Eine weitere Untersuchung ergab, dass praktizierende Tierärzte 96 von 97 leisen Herzgeräuschen bei klinisch unauffälligen Welpen nicht dokumentierten, während diese von einem Kardiologen erkannt wurden.14

Höhere Detektionsraten wurden dagegen bei erfahreneren Untersuchenden beobachtet: In einer Studie mit Kardiologen, Überweisungstierärztinnen und –tierärzten, Berufsanfängern und Veterinärstudierenden verpassten 25 bis 75 % der Berufsanfänger systolische Herzgeräusche.15

Mehr zu den CANINEBEAT AI Studien beim Hund. CANINEBEAT AI unterstützt Tierärzte bei der Erkennung von Herzgeräuschen beim Hund.
Ein Tierarzt hört das Herz bei einem Dackel ab
Ein Tierarzt hört das Herz bei einem Dackel ab

Quellen: 1. Atkins C, Bonagura J, Ettinger S, et al. Guidelines for the diagnosis and treatment of canine chronic valvular heart disease. J Vet Intern Med. 2009;23:1142–1150. 2. Guglielmini C. Cardiovascular diseases in the aging dog: diagnostic and therapeutic problems. Vet Res Commun. 2003;27 Suppl 1:555–560. 3. Rush JE. Chronic valvular heart disease in dogs. Proceedings from the 26th Annual Waltham Diets/OSU Symposium for the Treatment of Small Animal Cardiology; 19.–20. Oktober 2002. 4. Keene BW, Atkins CE, Bonagura JD, et al. ACVIM consensus guidelines for the diagnosis and treatment of myxomatous mitral valve disease in dogs. J Vet Intern Med. 2019;33:1127–1140. 5. Borgarelli M and Buchanan JW. Historical review, epidemiology and natural history of degenerative mitral valve disease. J Vet Cardiol 2012;14(1):93–101. 6. O’Grady MR, Minors SL, O’Sullivan ML, Horne R. Effect of pimobendan on case fatality rate in Doberman pinschers with congestive heart failure caused by dilated cardiomyopathy. J Vet Intern Med. 2008;22:897–904. 7. Ware WA. Cardiovascular Disease in Small Animal Medicine. Ames, IA: Blackwell Publishing Professional; 2007. 8. Lucina SB, Sarraff AP, Wolf M, et al. Congenital heart disease in dogs: A retrospective study of 95 cases. Topics Compan Anim Med 2021;43. 9. The Listen Study. 2026. Publikation eingereicht. 10. Ljungvall I, Rishniw M, Porciello F, et al. Murmur intensity in small-breed dogs with myxomatous mitral valve disease reflects disease severity. J Small Anim Pract. 2014;55:545-50. 11. Ljungvall I, Ahlstrom C, Höglund K, et al. Use of signal analysis of heart sounds and murmurs to assess severity of mitral valve regurgitation attributable to myxomatous mitral valve disease in dogs. Am J Vet Res. 2009;70:604-613. 12. Rancier MA et al. Abstract 13244: Real world evaluation of an artificial intelligence enabled digital stethoscope for detecting undiagnosed valvular heart disease in primary care. Meeting Abstract: American Heart Association 2023 Scientific Sessions and the American Heart Association 2023 Resuscitation Science Symposium. Circulation. 2023;148 (Suppl 1). 13. Pedersen HD, Haggstrom J, Falk T, et al. Auscultation in mild mitral regurgitation in dogs: observer variation, effects of physical maneuvers, and agreement with color Doppler echocardiography and phonocardiography. J Vet Intern Med 1999;13:56-64. 14. van Staveren MDB, Szatmari V. Detecting and recording cardiac murmurs in clinically healthy puppies in first opinion veterinary practice at the first health check. Acta Vet Scand 2020;62:37. 15. Mullowney D, Fuentes VL, Barfield D. Cardiac auscultation skills in final year veterinary students and recent veterinary graduates, referral hospital veterinary surgeons and veterinary cardiologists or cardiology residents. Vet Rec 2021;189:e305.

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